Stadtkirche


'Kirche in der Stadt' und 'Kirche für die Stadt'

In der Stadtkirche am Marktplatz - mitten im Herzen der Stadt - versammelt sich

Quelle: Stadtkirche
Quelle: Ralf Ammann
Sonntag für Sonntag die evangelische Gemeinde aus der Alt- und Mittelstadt. Zugleich ist die Weinbrenner-Kirche mit der an ihr verorteten City-Arbeit mit zahlreichen Gottesdiensten, Konzerten und sonstigen Veranstaltungen Kirche für die ganze Stadt. 

Für die Evangelische Landeskirche in Baden ist die Stadtkirche von besonderer Bedeutung, weil sie auch die Predigtkirche ("Bischofskirche") des badischen Landesbischofs Jochen Cornelius-Bundschuh ist.

 

 

 

Der Plan für eine (neue) Kirche

 Quelle: unbekannt

Quelle: unbekannt

Die Stadtkirche war nicht die erste Kirche, die in Karlsruhe errichtet wurde. An der Stelle der heutigen Pyramide, dem Grab des Stadtgründers Karl Wilhelm von Baden, wurde zunächst die Konkordienkirche errichtet. Nachdem die Bevölkerung in Karlsruhe in den 1760er Jahren zunahm, wurde um 1790 ein Architekturwettbewerb mit dem Ziel eines Plans für die Neuordnung und Erweiterung Karlsruhes ausgerichtet. Nach längeren Diskussionen setzte sich der klassizistische Entwurf von Friedrich Weinbrenner durch.

 

 

 

 

 

Die Architektur

Die Evangelische Stadtkirche wurde nach Plänen des berühmten Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner (1766 - 1826) als Kathedralkirche des Landes Baden nach Weisungen von Großherzog Karl Friedrich (1746 - 1811) erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Juni 1807, die Einweihung der Kirche am 2. Juni 1816 (Pfingsten).

Weinbrenner gestaltete die Kirche nach dem Vorbild eines griechischen Tempels, auf einen Glockenturm bestand der Großherzog höchstpersönlich. Die Vorhalle mit sechs korinthischen Säulen nimmt Bezug auf den Mittelrisalit des (gegenüberliegenden) Rathauses. 1821 war die Stadtkirche Ort der Verabschiedung der Unionsurkunde für die Evangelische Landeskirche in Baden.

Zerstörung und Wiederaufbau

Quelle: unbekannt
1944 wurde die Kirche bei Fliegerangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte in beinahe sieben Jahren nach den Plänen des damaligen Leiters des Staatlichen Hochbauamtes →Horst Linde (Wikipedia-Artikel).

Eingeweiht wurde die neuerrichtete Kirche am 30. November 1958 vom damaligen Landesbischof Bender. Entsprechend der Tradition ist der Bauherr das Land Baden-Württemberg, lediglich der Betrieb und die Inneneinrichtung obliegt der Kirchengemeinde.

Im Rahmen des Wiederaufbaus erhielt die Stadtkirche ein neues Geläut. Die fünf Glocken wurden bei der Firma Bachert gegossen.

→Das neue Geläut der Stadtkirche (Video) Ein Beitrag aus dem Karlsruher Monatsspiegel von 1958 über das neue Geläut der Stadtkirche Karlsruhe

 

So klingen die Glocken der Stadtkirche heute.

 

Die Neugestaltung des Innenraums

Quelle: unbekannt
Der Innenraum wurde neu gestaltet; lichter, weiter, ein Durchbruch der Stirnwand, in der jetzt der Altar steht, keine Bilder und Statuen, leichte Säulen statt der ursprünglichen korinthischen Säulen.

Das Kreuz und das Taufbecken wurden von O.H. Hajek gestaltet.

Ein Lichtband entlang der Längswände zieht den Blick nach oben.

Auf durchgehende Emporen wurde - anders als vor der Zerstörung - verzichtet, wodurch der Kirchenraum 'offener' wirkt.

Die Decke ist gewölbt statt der ursprünglichen Kassettendecke. Entsprechend des Baustiles der 50er Jahre wird das Material gezeigt: Stein, Beton, Holz, Stahl, Leder.


Die Orgeln

Quelle: Kantorat der Stadtkirche
Mit zwei herausragenden
Quelle: Kantorat der Stadtkirche
Orgeln nimmt die Stadtkirche eine Sonderstellung in der deutschen Orgellandschaft ein. Nicht nur die Gottesdienste können passend begleitet werden, auch stilistisch kann Literatur adäquat musikalisch gestaltet werden.

Die Rémy-Mahler-Orgel bietet mit ihrer elsässisch-barocken Klangfarbe wunderbare Solostimmen und französische Klänge, während die Steinmeyer-Orgel mit ihrem warmen und milden Timbre für romantische Musik hervorragend geeignet ist.

Weitere Informationen zu den Orgeln finden sie auf der Homepage zur Musik an der Stadtkirche.

Die Krypta - heutiger Ausstellungsraum 

 Quelle: unknown

Quelle: unknown

Die Krypta diente ursprünglich als Grablege der Großherzoglichen Familie. Die Särge wurden 1946 in die großherzogliche Grabkapelle im Hardtwald überführt, weil ein Sarg aufgebrochen worden war. Im Gewölbe unter dem Portikus finden sich die sterblichen Reste des Erbauers Friedrich Weinbrenner. In dieser Gruft sind auch Gedenktafeln für den Augenarzt, Schriftsteller und Berater des Großherzogs, Jung-Stilling, und für den ersten Pfarrer an der Stadtkirche, Gottlieb August Knittel, zu finden. 1991 wurde die Unterkirche durch das Land als Ausstellungsraum hergerichtet. So hat sich die Möglichkeit ergeben - zumeist in Verbindung mit Veranstaltungen in der Stadtkirche - Ausstellungen durchzuführen.

 
 
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Quelle: Rolf Kühl Holding GmbH & Co. KG, Rolf Kühl Holding GmbH & Co. KG