Kleine Kirche

Unsere Kleine Kirche ist die älteste noch bestehende Kirche in Karlsruhe.
In ihr hängt die alte Glocke der Schloßkirche aus dem Jahre 1717. Ursprünglich war sie Gotteshaus für die kleine reformierte Gemeinde der Fächerstadt. Dann wird sie Garnisonskirche für die Soldaten des Großherzogs. 
Heute zünden hier Besucherinnen und Besucher eine Kerze an, suchen die Stille und Gott.
Sonntagabends um 19 Uhr feiern wir Gottesdienst.
Gäste in unserer Kleinen Kirche sind die Studierendengemeinde ESG, Amnesty International, unsere syrischen Mitchristen und die Mittagskonzerte der Musikhochschule.
 
Die Kirche ist derzeit unregelmäßig geöffnet, bitte erfragen Sie die Öffnungszeiten im Pfarramt unter 0721-28342.
 
 

Ein Rundgang durch die Kleine Kirche 

 

Ein offener Ort – für alle Menschen 

Der Wiederaufbau der Kleinen Kirche nach dem 2. Weltkrieg wurde durch ein großes finanzielles Engagement der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger ermöglicht.
Im Inneren der an Werktagen für Besucher geöffneten Kleinen Kirche finden die Menschen heute Ruhe, Rückzug und innere Einkehr.
Sie ist ein besonderer Ort sowohl geistlicher als auch kultureller Veranstaltungen:

  • wöchentlicher Sonntagabend-Gottesdienst
  • Trauungen und Taufen
  • Familiengottesdienste der „Kinderstadtkirche“
  • Gottesdienste zu sozialen und politischen Themen
  • Mittagskonzerte von Studierenden der Hochschule für Musik Karlsruhe
  • Konzerte unterschiedlichster Formen
  • Veranstaltungen Musik – Wort – Kunst
  • Gottesdienste durch Amnesty International, Arbeitskreis Leben
  • Außerdem sind wir Gastgeber für die syrisch-orthodoxe Gemeinde, die Siebenbürgen Sachsen sowie die Evangelische Studierendengemeinde (ESG).

Die Geschichte der Kleinen Kirche

Die Kleine Kirche in der östlichen Kaiserstraße ist das älteste noch aus der Gründungszeit der Stadt erhaltene Kirchengebäude in Karlsruhe.
Der Bau der Kleinen Kirche (1719-1722) war ein Geschenk des lutherischen Markgrafen an seine Schwiegertochter Prinzessin Amalie von Nassau, die der reformierten Kirche angehörte und somit auch an die in der Minderheit lebende reformierte Gemeinde in Karlsruhe.
Bereits 25 Jahre nach der Einweihung (1722) war das komplett aus Holz errichtete Gotteshaus in einem äußerst desolaten Zustand.

In den Jahren 1773-1776 wurde die Kleine Kirche durch den markgräflichen Baumeister Wilhelm Jeremias Müller erbaut.
Bereits bei deren Einweihung war eine Orgel vorhanden. Sie war damit, nach der Orgel der Schlosskirche, die erste „öffentliche“ Kirchenorgel der Stadt Karlsruhe.
In den Jahren 1823-1833 wurde die Kleine Kirche als Garnisonskirche genutzt.
Ende September 1944 erfolgte während der großflächigen Bombenangriffe über Karlsruhe die Zerstörung der Kleinen
Kirche. Noch in der Anfangsphase des Wiederaufbaus der Stadt wurde auch die Kleine Kirche wiederhergestellt und am 27. November 1949 eingeweiht. Sie diente bis zum Wiederaufbau der Evangelischen Stadtkirche (1958) am Marktplatz – vorübergehend auch als evangelische Hauptkirche Karlsruhes.
Erst im Jahr 1950 erhielt die Kleine Kirche wieder eine Orgel (Steinmeyer-Orgel) und 1952 ein „neues“ vierstimmiges Geläut – darunter eine historische Glocke aus dem Jahr 1767, die gerettet werden konnte.

Das Bauwerk im Wandel der Zeit

Die Kleine Kirche – ein architektonisches Kleinod der Stadt Karlsruhe – wurde aus rotem Grötzinger Sandstein erbaut.
Zwischen der Kirche und dem Schloss besteht bis heute, bedingt durch den fächerförmigen Stadtgrundriss, ein freier Blickbezug zwischen den beiden Gebäuden.

Auf der Turmspitze der Kirche befindet sich als ein Zeichen der Verbundenheit des Markgrafen Karl Friedrich von Baden (1728-1811) mit der reformierten Kirche – der „Fürstenhut“.

Der saalartige Innenraum der Kleinen Kirche ist ein bauliches Meisterwerk des 18. Jahrhunderts. Ungewöhnlich für eine reformierte Kirche ist die lutherische Anordnung von Altar „ebenerdig“ (Sakrament) – Kanzel „erhoben“ (Wort) – Orgel „über der Kanzel“ (Lobpreis).

Der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg erfolgte im Louisseize- Stil („Zopfstil“), der dem Übergang vom Rokoko zum Klassizismus mit feingliedrigen Gesimsen, Profilen und Kapitellen entspricht.

1995-1996 erfolgte eine umfassende Innenrenovierung der Kleinen Kirche, 2014-2015 die Außenrenovierung.
Mit einer neuen Orgel, die das alte baufällige Instrument ersetzen soll, und mit ihrer technischen und klanglichen Ausrichtung dem klassizistischen Innenraum entspricht, wird das Gesamtprojekt „Erneuerung der Kleinen Kirche“ auch klanglich vollendet.

 

Klangvolle Orgelgeschichte

1774
Organist Ritter erwirbt eine Orgel für die Kleine Kirche.

1807
Bericht des Landesorgelbaucommisairs über den schlechten Zustand der Orgel.

1817-1818
Instandsetzung der Orgel.

1828
Völlige Unbrauchbarkeit des Instruments.

1839
Bericht über eine neue Orgel – vermutlich erbaut durch den Orgelbauer Voit aus Durlach.
Orgel erklingt bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg.

1950
Einbau einer neuen Orgel durch die Firma Steinmeyer.

seit 2005
Die Steinmeyer-Orgel ist baufällig.
Technische Mängel, Materialschwächen und die für Musiker sehr ungünstige akustische Anlage machen eine Sanierung unmöglich.

2013
Beschluss der Gemeinde und des Kirchenbezirks zur Anschaffung einer neuen Orgel.

 

 
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Quelle: Rolf Kühl Holding GmbH & Co. KG, Rolf Kühl Holding GmbH & Co. KG